[CHILDREN´S BOOK] Xaver im Uhrenland von Heidi Knoblich


Das dritte Jahr in Folge darf ich Euch das neue Weihnachtskinderbuch von Heidi Knoblich vorstellen. 
Über diese Zusammenarbeit freue ich mich immer sehr, da die Bücher, und ihre Geschichten über den Schwarzwald und seinen Traditionen, mir eine große Freude machen.


Heidi Knoblich war so lieb und hat mir ein paar Fragen rund um das Buch beantwortet.

Worüber handelt die Geschichte "Xaver im Uhrenland"?

Xaver aus dem Schwarzwald will Uhrenhändler in London werden, ein Schwarzwald-Engländer wie Onkel Johann. Hirtenjungen können aber keine Uhrenhändler werden, sagen die zurückgekehrten reichen Händler, die beim Kronenwirt von ihren Abenteuern im Uhrenland erzählen. Doch eines Tages nimmt ihn Onkel Johann als Gehilfen nach London mit. Der Vater hat aber eine Bedingung: Bis Weihnachten muss Xaver beweisen, dass er für den Uhrenhandel taugt, sonst muss er daheim wieder Kühe und Ziegen hüten. Schnell lernt er, Uhren zu verkaufen und zu reparieren. Doch dann passiert ihm kurz vor Weihnachten ein großes Missgeschick. Ob ihm Vicky, deren Schwarzwälder Großvater ein Uhrengeschäft an der London Bridge besitzt, aus der Not helfen kann?

Eine warmherzige Geschichte über Heimweh und Freundschaft im weihnachtlichen London in der Zeit von Queen Victoria.

Wie kamen Sie zu der Idee ein Buch über das Schwarzwälder Uhrmacherhandwerk zu schreiben?

Seit mir vor vielen Jahren im Londoner Stadtverkehr englische Firmenwagen mit Schwarzwälder Familiennamen wie Winterhalter und Hummel aufgefallen sind, bin ich beeindruckt von der Weltoffenheit und dem Tüftelgeist der Schwarzwälder, die aus existenzieller Not mit ihren aus Holz gefertigten Uhren die Zeit in die englischen Häuser brachten. Diese besonderen Uhrenhändler stammten hauptsächlich aus St. Märgen. Wenn sie als wohlhabende Leute in den Schwarzwald zurückkehrten, hielten sie an den aus England mitgebrachten Sitten und Umgangsformen fest. Von Weitem schon waren sie an ihrem zurückhaltenden, vornehmen Wesen zu erkennen, was sie durch korrekte Kleidung und eine wertvolle Taschenuhr in ihrer Westentasche noch unterstrichen. Ihre Frauen hoben sich durch gediegenen Granatschmuck als „Engländerinnen“ hervor und zelebrierten regelmäßig ihre Tea Time, bei der sie sich ausschließlich in der englischen Sprache unterhielten. All das hat mich fasziniert. Die Welt der „Schwarzwald-Engländer“ habe ich in meinem gleichnamigen Bühnenstück bereits festgehalten. Es wurde in den Jahren 2004 und 2005 den Winter über in St. Märgen in der „Goldenen Krone“, einem Originalschauplatz, aufgeführt. Im Publikum saßen hin und wieder Nachfahren dieser Uhrenhändler, die extra aus London angereist kamen, weil sie wissen wollten, wie ihre Vorfahren lebten.


Wie lange haben Sie gebraucht, um dieses Buch zu schreiben?

Ich habe ungefähr ein Jahr daran gearbeitet. So genau weiß ich es nicht mehr, denn wenn ich einmal mit dem Schreiben begonnen habe, ziehen mich meine Figuren so in ihren Bann, dass ich über dem Schreiben und Recherchieren die Zeit vergesse. Die Recherchearbeit darf man nicht unterschätzen, auch sie hat sehr viel Zeit beansprucht. Es ist ja eine Geschichte, die aus einer Zeit erzählt, in der vieles anders war als heute, besonders in London. Der Big Ben, heute ein Wahrzeichen von London, existierte damals noch gar nicht, ebenso die Tower Bridge – nur um die einfachsten Dinge zu erwähnen. Auch einen Christbaum kannten die Engländer damals noch nicht. Diese Tradition wurde erst viel später durch Queen Victorias deutschen Ehemann Prinz Albert in England eingeführt. Dann waren da Fragen wie: Wie waren die Handelsbedingungen der Uhrenhändler? Wie haben sie gelebt, was konnten sie sich leisten und was nicht? Auffallend ist, dass es damals, also um ca. 1840, schon Street Food gab und Straßenstände, an denen man einen Kaffee trinken konnte. Und dies aus dem einfachen Grund: Viele Menschen in London hatten damals keine eigene Küche.

Wussten Sie schon am Anfang der Geschichte, wie sie enden wird?

Ich wusste jedenfalls, dass diese Geschichte ein schönes Ende haben muss, weil es eine Weihnachtsgeschichte ist. Darauf habe ich hingeschrieben, und ich bin mit diesem Ende sehr glücklich. Ich bin wirklich froh für Xaver, dass seine Geschichte so schön ausgegangen ist, denn es sah lange schlecht für ihn aus. So im Nachhinein betrachtet ist es mir nun, als habe er mir seine Geschichte selbst erzählt. Ich mag den kleinen Kerl sehr.


Mit dem Buch "Xaver im Uhrenland" ist es Heidi Knoblich wieder einmal gelungen, eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte zu schreiben, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt. Denn ich bin mir sicher, auch den Erwachsenen wird die Geschichte gefallen.


Die Geschichte ist eine tolle Einstimmung auf Weihnachten und nicht nur wegen der schönen Illustrationen von Martina Mair bietet es sich zum Vorlesen für ältere Kinder sehr gut an.


Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

Liebe Grüße

Anette


Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Zusammenarbeit mit Heidi Knoblich und dem Silberburg-Verlag. 
Vielen Dank für die Bereitstellung des Leseexemplares.

1 Kommentar:

  1. Danke für diesen wunderbaren Buchtipp, ich habe ihn gleich notiert. Die kleinen Lockenmädchen in Amerika freuen sich immer über Bücher, die in Deutschland (und Europa) spielen. Das Buch ist wirklich etwas Besonderes.
    Liebe Grüße
    Andrea

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